Die Wahrheit über maskuline und feminine Energie – Teil 2 | Mastering Alchemy

Die Wahrheit über maskuline und feminine Energie – Teil 2Auszug aus der Webinar-Reihe "Beziehungen während des Wechsels"
 
Letzten Monat haben wir begonnen über den Unterschied zwischen femininer und maskuliner kreativer Energie zu sprechen und was passiert, wenn diese Energien aus dem Gleichgewicht sind. Erinnere dich daran, dass wir nicht von männlichen und weiblichen Personen sprechen. Es geht um die kreative Energie, die wir alle erschliessen und nutzen können. Unabhängig von unserem Geschlecht oder unserer Ausrichtung haben wir alle Zugriff auf einige wunderbare maskuline und feminine kreative Potentiale. Wir haben auch darüber gesprochen was geschieht, wenn die maskuline Energie sich als dominant darstellt und die feminine Energie sich als schwach präsentiert. Lasst uns nun weitermachen mit anderen Kombinationen des Ungleichgewichts. Achte darauf ob du diese Muster im Leben der Menschen um dich herum erkennst. Und auch in der Weise, wie du selbst erschaffst.

Feminin-Stark – Maskulin-Schwach

Wenn wir die Rollen, die wir letzten Monat diskutiert haben, umkehren und die feminine Energie sehr stark ist und die maskuline Energie schwächer ist, dann ist es als ob die feminine Energie sagt: "Ich habe diese grossen Träume und Wünsche. Ich möchte dies haben... ich möchte das... Ich möchte, dass die anderen dort drüben hierherkommen." Aber manchmal liegt unter dieser scheinbaren Stärke und Entschlossenheit ein "Aber ich kann es nicht haben", "Ich verdiene es nicht", "Ich bin nicht in der Lage etwas anzunehmen". Feminine schöpferische Energie ohne das Gleichgewicht und die Struktur der maskulinen Energie ist weit gestreut; sie ist sehr wenig verlässlich. Es ist als ob man Wasser auf die Oberfläche eines Tisches giesst, es breitet sich überallhin aus; es wird nicht aufgefangen, es ist nicht fokussiert oder zielgerichtet. Es gibt keine Struktur (z.B. Schale) um die feminine schöpferische Kraft zu fassen.

Wenn dieses nicht im Gleichgewicht Feminine von dem Maskulinen verlangt "Oh, ich will, dass du mir ein Haus baust" dann sagt das Maskuline, "Ich würde dir gerne ein Haus bauen. Ich bin Zimmermann, ich kann dir ein Haus bauen. Ich liebe dich." Und er ist begeistert und geht los um Holz, Ziegel und elektrische Verdrahtung zu besorgen und fängt an, ein schönes Haus zu bauen. Dies ist die Kreativität von geraden Linien und Winkeln, über die wir letzten Monat gesprochen haben.

In der Zwischenzeit hat die feminine Energie weiter erschaffen. Nachdem sie um das Haus gebeten hatte, ging sie zur Yoga-Klasse, zum Tee mit Freunden, zm Einkaufen bei Macys und hat die Zutaten für ein Gourmetabendessen gekauft. Kurven und Wirbel der Kreativität. Wenn sie schliesslich mit ihre Aufmerksamkeit wieder zuhause ist, fragt sie das Maskuline, "Hallo - was machst du gerade?"

"Ich baue das Haus, das du haben wolltest."

"Wann habe ich das gesagt?" antwortet sie. "Was ich wirklich will ist an den Strand zu ziehen und dort ein Haus zu haben."

"Okay, ich kann dir ein Haus am Strand bauen."

"Oh, das wäre wundervoll", sagt die feminine Energie. Und so machen sie weiter und die Geschichte wiederholt sich. Mit diesem ungeerdeten, weit getreuten Muster fühlt sich die maskuline Energie entwertet, unbeachtet, ungehört. Diese verstreute feminine Energie wirbelt überall in einer nicht eingegrenzten Weise herum und die maskuline Energie folgt ihr, oder versucht es zumindest. Wenn sie ihre Meinung immer wieder ändert, ändert auch das Maskuline jedesmal seine Richtung für sie, versucht das Haus zu bauen, eine Struktur zu erstellen in der sie glücklich und kreativ sein kann. Jedoch mit diesem Muster ist sowohl die feminine als auch die maskuline kreative Energie unvollständig und im Laufe der Zeit gibt es Frustrationen. Kennst du jemanden, der so ist (vielleicht du selbst)? Diese Person ist nicht geerdet, sie schliesst die vielen Projekte, die sie begonnen hat nicht ab, während sie eifrig immer noch mehr Ideen hat. Sie hat vielleicht bereits die ganzen Materialen und Hilfsstoffe für all diese Projekte gesammelt und verwahrt und sich selbst seit Jahren versprochen eines Tages damit anzufangen.

Feminin-Schwach -Maskulin-Schwach

Es gibt auch das Muster mit schwacher femininer Energie zusammen mit schwacher maskuliner kreativer Energie. In diesem Fall ist es für beide schwierig kreativ zu sein, keiner bekommt seine Wünsche erfüllt oder kann die Wünsche des anderen erfüllen. Beide sind verängstigt. Schwache Energie kann nicht erschaffen; sie wird frustriert und sie hat keine Erlaubnis ihre Meinung zu sagen, die Richtung festzulegen, die Verantwortung zu übernehmen. In diesem Fall kann es vorkommen, dass weder das Maskuline noch das Feminine in der Lage ist Wünsche zu definieren oder sie zu äussern. Der erste Schritt um etwas zu erschaffen wird nicht gemacht. Die maskuline Energie erstellt nicht die Struktur für das Feminine um darin zu erschaffen und das Feminine definiert nicht was es will, damit er es bauen kann. Vielleicht kannst du dieses Erschaffens-Muster in deiner Umgebung erkennen. Entscheidungen scheinen nie getroffen zu werden, und sie ändern ihre Meinung häufig. Es gibt keine Vorwärtsbewegung. Trägheit kann auftreten. Beide wollen, dass der andere entscheidet welchen Film sie anschauen sollen, und bald ist es zu spät. Alle guten Filme wurden bereits gespielt und sind nicht mehr im Programm. Als eine persönliche Übung könntest du dir bewusst machen wie sich diese Dynamik im Leben der Menschen um dich herum zeigt und letztendlich auch in deinem eigenen kreativen Prozess. Kennst du jemanden, der Trägheit zeigt und nicht ganz in der Art und Weise erschafft von der du weisst, dass diese Person dazu das Potential hätte? Vielleicht gehen sie keine Risiken ein und verwenden ein Vokabular mit dem sie sich selbst im Weg stehen?

Feminin-Stark - Maskulin-Stark

Die Kehrseite des oben genannten ist ein Erschaffens-Muster mit starker femininer und starker maskuliner Energie. Auch hier haben beide Angst und intern herrscht viel Verwirrung und Unsicherheit. Es gibt eine Menge Konkurrenz, Druck von beiden Seiten, Unvollständigkeit und Aufruhr. In diesem Fall können beide schöpferischen Kräfte sehr kompromisslos und eigensinnig sein. Als Resultat beharren beide auf ihrem Standpunkt und nichts wird erschaffen. Du kennst vielleicht Leute, die dies in ihrer kreativen Enfaltung so machen. Sie können sich rühmen und prahlen und präsentieren sich selbstbewusst und kultiviert, aber in Wirklichkeit haben sie kaum etwas in ihrem Leben erreicht. So eine Person "weiss alles" und zerredet jeden Vorschlag, den andere machen.

Wie konnten wir so aus dem Gleichgewicht geraten?

Wenn die maskuline kreative Energie in dir zu schwach oder zu stark ist und die feminine Energie in dir zu schwach oder zu stark ist, nennen wir dies ein Spiel in der dritten Dimension das ‚Ich bin nicht ok‘ heisst. Das ist für die meisten von uns wie wir gelernt haben wo wir stehen sollen und wie wir unser Leben leben. Wie sind wir in dieses Ungleichgewicht geraten? Hier ein Beispiel: Es gibt dieses kleine sehr talentierte Mädchen oder diesen kleinen sehr talentierten Jungen, sie sind beide sehr geschickt und sehr kompetent. Sie ist begeistert darüber, wer sie ist und was sie tun will. Sie ist sehr selbstsicher, ruht in sich selbst und weiss was möglich ist. Sie sagt einfach "Ich kann das!" Dieses kleine Kind begibt sich auf seinen Weg und schafft wunderbare Zeichnungen und grosse Kunst. Es singt die ganze Zeit und baut mit grosser Leidenschaft erstaunliche Dinge. Im Alter von vielleicht drei Jahren ist es sehr erfolgreich in seiner Welt und eines Tages sagt es zu seinem Lieblingserwachsenen "Schau dir meinen Elefanten an", denn es ist ein schöner Elefant und es freut sich sehr über seine Kreation. Die Erwachsenen sagen: "Weisst du nicht, dass Elefanten nicht orange sind? Und ausserdem ist das ein wildes durcheinander. Du solltest innerhalb der Linien malen."

Das ist ein Schock und eine Entwertung für das Kind, so dass es erst einmal umfällt und sein Kraft und sein Vertrauen in sich selbst aufgibt. Der Glaubenssatz "Du bist nicht OK" schlüpft an den Platz wo gerade noch "Ich bin grossartig und erfolgreich" war. Zuerst ist das kleine Kind verwirrt, dann macht es eines von zwei Dingen. Es könnte sagen: "Nun, ich werde es euch zeigen" und arbeitet den Rest seines Leben daran zu beweisen, wie gut es ist. Es könnte eine Persönlichkeit vom Typ Überflieger werden, um diesem Erwachsenen aus der Kindheit zu zeigen, dass es Wert hat. Jedoch bleibt da der Zweifel "Bin ich wirklich okay?", der in seinem Bereich und in seinen Überzeugungen über sich selbst sitzt. Im Stillen hat es Gedanken wie, "Ich bin nicht sicher, ob dieses Gemälde, das ich gerade gemalt habe wirklich zehntausend Dollar wert ist", obwohl es sich nach aussen als absolut sicher, zielstrebig und stark präsentiert.

Die andere mögliche Reaktion, die das kleine Kind haben könnte, "Nun, vielleicht hat der Erwachsene Recht gehabt. Vielleicht bin ich wirklich nicht so gut." Es kehrt vielleicht nie zurück zu diesem leistungsstarken, talentierten Ausdruck den es einmal hatte. Dieses leidenschaftliche Kind wächst auf um sich zu verstecken, jede Entscheidung zu bezweifeln und nicht viele Risiken einzugehen.

Jeder von uns hat das Ergebnis dieser verzerrten kreativen Energie erlebt. Sobald du die Unterschiede und die Macht der femininen und maskulinen kreativen Energie zu verstehen beginnst, bist du besser in der Lage, sie zu harmonisieren und kraftvoller aus dieser Fülle heraus zu erschaffen. Dann, wenn du in einer Beziehung bist, wirst du weiterhin wissen, dass du wichtig und wertvoll bist. Es gibt kein hin und hergeziehe, keinen Wettbewerb und keine Entwertung. Keiner ist besser oder schlechter. Es gibt dann ein Gleichgewicht zwischen und innerhalb der maskulinen und femininen Weise zu erschaffen. Sobald alles harmonisiert ist, kannst du dich selbst erkennen und mit Freude diesen Elefanten in jeder Farbe malen zusammen mit Spielkameraden, die mit dir feiern.

Teil 3 dieser Serie ist nächsten Monat erhältlich.

Von Jim Self